24. September 2011

TDI Advanced Nitrox & Deco Procedures (1/2)

Wie manche Buddy’s wissen, suche ich seit längerem schon eine Möglichkeit in den Bereich des technischen Tauchens einzusteigen. Jetzt ist mir dies gelungen – ich habe bei Frank Olbert (www.techdiving-network.de, www.deep-immersion.de) einen “Advanced Nitrox & Deco Procedures” Kurs über TDI gebucht. Wichtig war mir bei der Auswahl des Ausbilders nicht nur dessen Kompetenz, sondern auch die Tatsache, dass dieser regelmäßig technisch weit über dem Niveau des Kurses taucht und dass der Kurs auf dem DIR-Prinzip aufgebaut ist. Der Verband war eher sekundär. Sicherlich wäre ich bei GUE (Fundamentals) oder ISE (Basics of Exploration) auch fündig geworden, aber entsprechende Ausbilder sind in meiner Umgebung nicht zu finden.

Der Kurs an sich teilt sich neben Theorie und deren Prüfung in zwei Einheiten auf: Skill-Übungen und sog. Experience dives. Die Übungen fanden am vergangenen Wochenende im See statt. Nach der noch bevorstehenden schriftlichen Prüfung geht es dann noch für ein Wochenende an den Bodensee.

1. Tag

Wir trafen uns morgens gegen 9 Uhr in einem kleinen Café, um uns gegenseitig kennenzulernen und den groben Ablauf des Wochenendes durch zusprechen. Fabian, mein Tauchpartner, hatte ich bereits im Vorfeld bei einem gemeinsamen Kennenlerntauchgang getroffen. Danach ging es an den See, wo Frank zuerst unsere Ausrüstung begutachtete und das ein oder andere Verbesserungspotential aufzeigte. Grundsätzlich genügte diese jedoch seinem Anspruch und folgte dem DIR-Gedanken. Danach wurden die Stages ans Wasser gebracht und wir machten uns zu unserem ersten Check-Tauchgang auf. Frank merkte dabei an, dass laut Kursbeschreibung der Umgang mit einer Stage geübt wird. Wir würden dies aber gleich mit zwei Alukannen machen. Also kam jetzt mein erster Tauchgang mit zwei Stages am linken D-Ring. :)

Im Wasser angekommen zeigte Frank uns die Predive-Prozedur (GUE EDGE), die wir ab dann selbst machen durften. An einem großen Baumstamm im See wurden dann die Basic5+1 und der V-Drill demonstriert, welche wir nach der Reihe nachmachen mussten. Danach folgten die verschiedenen Flossenschläge und Apnoe-Übungen. Am Ausstieg angekommen, durften wir den Hebesack setzen und einen langsamen Aufstieg demonstrieren, so dass wir nach fast 2 Stunden wieder aus dem Wasser waren.

Wieder auf dem dem Parkplatz angekommen folgte das Debriefing, bei dem es allerhand zu erzählen gab. Hier stellten wir fest, dass Frank über eine fast schon unheimlich große Auffassungsgabe verfügt. Selbst die kleinsten Details und Fehler konnte er nennen und mit uns besprechen.

Am Nachmittag machten wir uns für einen zweiten Tauchgang auf. Nach dem Check oben machten wir wieder den Bubble-Check auf etwa 6m Tiefe und Frank führte uns zu einem Baumstamm in 16m Tiefe. Dort wurde ein Hebesack gesetzt und befestigt. Am Seil ging es auf etwa 9m Tiefe nach oben. Hier befestigten wir die Wetnotes, welche uns für die kommenden Übungen als Tiefenreferenz diente. Jetzt waren OOG-Übungen und Stage-Wechsel an der Reihe. Die Übungen waren für uns alle nichts neues, trotzdem hatte es der Tauchgang in sich. Es zeigte sich schnell, dass diverse Ausrüstungsgegenstände ihren Dienst verweigerten. So rissen Maskenbänder, Regler gaben keine Luft mehr und Stages klippten sich wie von Geisterhand von selbst los.

Gasvorrat für einen Tag

Letztendlich hatten wir keine Backup-Masken mehr, Fabian hatte überhaupt keine Maske mehr, ich hing an seiner Luftversorgung und unser dritter Mann musste uns zum Ausstieg bringen. Leicht gestresst stiegen wir bei leichtem Regen aus dem Wasser. Stages abtransportieren. Debriefing.

Kurz vor 20 Uhr fuhren wir zusammen zu unserem Gaslieferanten. In Schwetzingen angekommen erwartete Mike Fisch uns bereits zum Füllen der leeren Flaschen (6x D12) für den Folgetag. Mike ist immer für einen Tratsch zu haben und füllt gerne auf Zuruf. Die Tatsache, dass seine Mischungen (EAN32) bei uns um max. 0,8 Prozentpunkte abwichen und die Flaschen dafür weit über 200 bar hatten, machen ihn zu einem favorisierten Füllmeister.

Gegen 22:15 Uhr war ich endlich zuhause und konnte die notwendigen Vorbereitungen für den nächsten Tag treffen und eine Kleinigkeit essen. Um 23 Uhr war dann endlich Feierabend und das Bett rief.

2. Tag

Wieder trafen wir uns im Café und besprachen den Tag, der morgens mit Szenarien zu Retten&Bergen beginnen sollte. Anschaulich wurde uns demonstriert, wie wir einen verunfallten Taucher auch mit Stages an die Oberfläche bekommen. Die Oberflächenpause wurde genutzt, um erste Themen der Theorie anzusprechen und das Thema Tauchgangsplanung genauer zu beleuchten.

Nachmittags machten wir uns dann wieder auf zum Wasser. Dieses Mal sollten wir ein Dreieck tauchen und später einen sauberen Aufstieg demonstrieren. Noch während dem Anpeilen des ersten Schenkels mit dem Kompass kamen auch wieder unsere Ausrüstungsfehler zurück. Kurz gesagt, wir hatten mehr mir der Team-Awareness und den Fehlern zu tun als das Dreieck zu tauchen. Leider mussten wir den Parcour vorzeitig wegen Ohr- und Druckausgleichsproblemen eines Buddy’s abbrechen.

Somit waren wir etwas früher als geplant fertig. Während Mike wieder unsere Flaschen füllte, schob Frank noch die ein oder andere Theorie-Lektion ein und wir machten uns über Mike’s Kühlschrank her. :)

3. Tag

Nach dem obligatorischen Kaffee machten wir uns an die Wiederholung des abgebrochenen Tauchgangs vom Vortag. Wie schon fast zu erwarten, dauerte es nicht lange, bis einer von uns von der Backup-Maske Gebrauch machte und ein anderer in eine OOG-Situation verwickelt wurde. Nach einem halbwegs sauberen und langsamen Aufstieg mit Stage/Rückengerät-Wechsel verließen wir nach 90 Minuten das Wasser.

Am Nachmittag war noch ein Superkompensations-Tauchgang geplant. Dieser sollte Frank und uns zeigen, wie wir uns mit dem Umgang mit mehreren Stages anstellten. Briefing. Bubble-Check. Nachdem wir unsere beiden eigenen Stages auf dem Grund ab- und wieder anlegten, durften wir nacheinander die Flaschen der Tauchpartner aufnehmen. Hierzu stellte Frank zwei Leashes zur Verfügung.

Nacheinander wurden die am Körper hängenden Stages passend verräumt und Platz für eine weitere gemacht, bevor ein Buddy wieder eine Stage rüber reichte. So endeten wir mit 5-6 Stages behangen, bevor alle Flaschen wieder an die Partner verteilt wurden und der nächste an der Reihe war. Der Tauchgang endete mit dem Einholen des Hebesackes und einem korrekten Aufstieg inkl. diverser Gaswechsel auf den unterschiedlichen “Deko”-Stufen.

Das Wochenende endete mit dem Debriefing des letzten Tauchgangs und dem Review des gesamten Wochenendes. Auch im Nachhinein bin ich froh, den Kurs bei Frank gebucht zu haben, der immer wieder fundiert auf unsere Fragen antworten konnte und keine Antwort offen lies. Er selbst fordert mehr von den Kursteilnehmern als in den Beschreibungen von TDI definiert ist, wenn der Stand der Teilnehmer dies zulässt.

Nach drei Tagen intensivem Kurs hat man mir die Erschöpfung angesehen, so dass ich nach dem 3. Tag eigentlich nur noch ins Bett wollte. Letztendlich war es aber ein sehr aufregendes, interessantes und lehrreiches Wochenende. Spaß hat es natürlich auch gemacht.

Letztendlich möchte ich meinen Buddy’s für die Tauchgänge, Frank für den guten Kurs und Mike für die hervorragenden Füllungen danken. Die Experience Dives müssen leider noch etwas warten, dafür haben wir genug Zeit die Rubber-Knobs noch ein wenig zu quälen… :)

4. August 2011

Batteriewechsel am Suunto Vyper

Nach über 3 Jahren und fast 300 Stunden Tauchzeit zeigt mein Suunto Vyper nur noch drei von vier Energiebalken an – Zeit also, die Batterie zu wechseln. Der Computer zählt zum Glück zu denen, die einen selbstständigen Batteriewechsel erlauben und dafür nicht zum Fachhändler eingeschickt werden müssen.

Der Handel bietet spezielle Batteriekits an. Diese sind teils für 7€ (Batterie und neuer Dichtungsring) und teilweise auch für 15€ (dann mit neuem Haltering und -Plättchen) zu haben. Da mein Dichtungsring aber noch in Ordnung scheint, wechsle ich nur die Batterie. Diese Standardbatterie (Typ CR2450, LiMn, 3V) bekommt man in jeden Elektrogeschäft und sogar teilweise am Kiosk um die Ecke.

Der Wechsel gestaltet sich recht trivial. Mit einem kleinen Schraubenzieher oder einer Aale kann der Haltering einfach mit dem Uhrzeiger aufgedreht werden. Der darunter liegende, transparente Deckel lässt sich dann heraus heben und die Batterie kommt zum Vorschein. Nach Entfernen des kleinen Haltebügels kann die Batterie ausgetauscht werden. Beim Zusammenbau ist darauf zu achten, dass sich keine Unreinheiten, wie Staubfussel o.ä. verfangen und somit das Gehäuse undicht wird. Sollte dies doch geschehen und der Tauchcomputer geflutet werden, ist dies nicht weiter tragisch. Das Batteriefach ist wasserdicht vom restlichen Computer und Display getrennt, so dass im Falle des Falles nur die Batterie erneuert werden muss. Der Dichtungsring sollte jedoch bei dieser Gelegenheit genau überprüft und ggf. mit Silikongel eingefettet werden.

Das Logbuch des Computers bleibt beim Batteriewechsel übrigens erhalten. Eine Videoanleitung zum Tausch findet sich auch auf YouTube.

2. August 2011

Standardschlauch für den Longhose

Im vorangegangen Artikel “MIFLEX-Schläuche” ging es um die Vor- und Nachteile dieses Schlauchtyps. Wie ebenfalls erwähnt, hatte ich mich nach dem Artikel dafür entschieden, meinen Longhose zu tauschen und zukünftig einen Standardschlauch zu verwenden. Heute möchte ich über meine Erfahrungen mit diesem berichten.

Schon beim Berühren wird deutlich, dass die Standardschläuche nicht so flexibel sind. Nach einigen Überlegungen habe ich mich dazu entschieden, die werksseitige Krümmung (so wie der Schlauch fällt) auszunutzen und sowohl Schlauch als auch 2. Stufe entsprechend montiert. So liegt der Longhose sauber direkt am Körper ohne in sich verdreht zu sein oder Schlaufen zu werfen.

Die Montage am Rückengerät unterscheidet sich nicht von der des Miflex-Schlauches. Der Unterschied wird jedoch beim Anrödeln und dem “Verstauen” um den Hals deutlich.  Während die Miflex-Variante immer wieder verrutscht (wegen der glatten Oberfläche), bleibt der Standardschlauch dort liegen, wo er abgelegt wurde. Ein Einklippen des Reglers in den rechten D-Ring ist eigentlich nicht notwendig. Auch während dem Tauchgang muss der Schlauch nicht nachgezogen werden (was ich beim Miflex-Schlauch des öfteren machen musste, bevor er mir den Regler aus dem Mund zog). Der Schlauch liegt einfach da, wo er hin muss! Bei einer OOG-Situation ließ sich der Regler einfach abgeben, ohne sich selbst zu verdrehen oder – wie schon beschrieben – sich mit dem Mundstück des Backup-Reglers zu verhaken.

Letztendlich bin ich froh, dass ich den Umstieg vollzogen habe. Der Standard-Schlauch liegt mir offensichtlich besser. Es mag sein, dass andere Taucher genau gegenteilige Erfahrungen sammeln. Aber ich sagte ja bereits im ersten Artikel, dass über dieses Thema viel geredet wird.

Nach einem Hinweis von Michael (vielen Dank dafür!) überlege ich nun, auch meinen Hochdruckschlauch zu ersetzen…

21. Juli 2011

MIFLEX Schläuche

Standardschlauch oder MIFLEX? Das ist die Frage, die sich Taucher beim Erwerb eines neuen Schlauches beantworten müssen. Die seit ein paar Jahren erhältlichen, mit einem äußeren geflochtenen Gewebeband erhältlichen MIFLEX Schläuche zeichnen sich durch ihre extrem gute Biegsamkeit und kleine Radien aus. Ein Knickschutz ist nicht notwendig. Es gibt sie sowohl als Inflator, als auch als Hoch- und Mitteldruckversion.

Alternativ verrichten die Standardschläuche aus Gummi gute Dienste. Diese sind jedoch nicht so biegsam, so dass gerade beim Hochdruck auf die Schlauchführung geachtet werden sollte.

Ich selbst habe beide Varianten verbaut. Mitteldruck-, Fini- und Trocki-Inflatorschlauch sind aus MIFLEX, während am Backup-Regler und Inflator Standardschläuche verbaut sind. Leider ist sich die Fachwelt nicht ganz einig, welcher Typ der bessere ist. Während der erste Tauchshop für Typ A plädiert, rät der zweite Shop zu Typ B. Somit muss jeder Taucher seine eigenen Schlüsse ziehen oder eben testen.

Leider lese ich in letzter Zeit immer wieder von geplatzten MIFLEX-Schläuchen (hier). Während die Hochdruckschläuche wohl keine Probleme machen, gibt es gerade bei den Mitteldruckschläuchen Probleme. Das Gewebeband scheint mit der Zeit in einzelnen Fäden zu reißen. Ebenso kann die raue Oberfläche der Schläuche dem Trockentauchanzug und ganz besonders der Halsmanschette (Longhose um den Hals) zusetzen. Doch auch die Elastizität und Biegsamkeit bringen Nachteile mit sich, so dass der lange Schlauch nicht immer gut um den Hals liegt oder bei Abgeben an den Partner ungewünschte Windungen macht und sich zumindest bei mir mehr als einmal mit dem Mundstück des Backupreglers verhakt hat.

Ich bin zu dem Entschluss gekommen, zumindest meinen langen Schlauch durch einen herkömmlichen zu ersetzen und dann wieder zu berichten. Ob ich damit glücklicher werde, weiß ich zwar noch nicht aber auf dieses Spiel lasse ich mich ein. Letztendlich muss aber jeder seine richtige Schlauchvariante finden, so dass in dieser Sache wohl noch viel diskutiert werden kann.

18. Juni 2011

Die erste Stage

Nach langem “Hin und Her” habe ich mich in den letzten Wochen dazu entschieden, meine Flaschensammlung zu erweitern und mir eine Stage anzuschaffen. Nach einer kurzen Sichtung der Marktpreise war klar, dass ich mal wieder bei Eric bestelle. Dieser meldete sich ein paar Tage später – ich konnte mein neues Baby abholen. :)

Markierung auf Stage

Letztendlich habe ich mich für eine 80cuft Alu Stage von Luxfer in silber mit Dirzone Riggingkit entschieden, welcher problemlos montiert wurde. Wie auf den Bildern zu sehen, wurde die Flasche auch gleich mit meinen Initialen versehen.

Langfristig soll soll die Flasche als Deko-Stage bis zu einer MOD von 21m zum Einsatz kommen, die Markierungen auf der Flasche folgen.

Den passenden Atemregler konnte ich von einem Bekannten erwerben, der gerade von Apeks auf Scubapro wechselt. Nochmals Danke dafür!

Heute geht es damit zum ersten Mal ins Wasser – wir haben uns zum Üben im Marxweiher verabredet. Da ich schon des öfteren eine dritte Flasche an den D-Ringen hängen hatte, ist mir der prinzipielle Umgang bestens bekannt. Die einzelnen Skills müssen aber noch vertieft werden… :)

 
Letzter Tauchgang
Alter Allmend
29.01.2012 11:16
20,42 m / 60,67 min
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