21. April 2012
Am vergangenen Wochenende haben hier in der Region gleich drei Seen ihre Pforten für die Saison 2012 geöffnet. Der Marxweiher bei Altrip, der Rheinauer See in Mannheim und der Brechtsee bei Philippsburg.
Für mich bot sich diese Woche die Gelegenheit, zwei der Seen zu betauchen. Am Sonntag (1. Öffnungstag) waren wir im Marxweiher. Der Wasserstand war recht gering und der Einstieg versprach gute Sichtweiten. Dieser erste Eindruck sollte sich aber bald ändern. Ab einer Tiefe von 6m wurde es sehr trüb. Wir setzten zwar unseren Tauchplan fort, verfehlten aber unser Ziel – trotz strikter Kompassnavigation, aber teils unter 1m Sicht nicht verwunderlich. Letztendlich kamen wir wieder am Ostufer raus, wo es wieder aufklarte. Die abschließenden Übungen am Baum verliefen dafür ganz ok, so dass wir dem Tauchgang doch noch etwas positives abgewinnen konnten.
Die Sichtweiten zu Beginn der Saison sind für den Marxweiher jedoch nichts ungewöhnliches. Und so lässt sich hoffen, dass sich diese im Laufe des Jahres noch wesentlich bessern.
Den Rheinauer See habe ich selbst nicht betaucht. Eine gute Quelle hat aber nichts positives bzgl. Sichtweiten berichten können.
Am Freitag waren wir dann im Brechtsee. Wir trafen uns um 17 Uhr auf dem Parkplatz. Natürlich waren wir nicht die einzigen. Wir inspizierten zuerst den Einstieg. Die Leiter, die jemand letztes Jahr aufstellte, war nicht mehr da. Schnell war uns klar, dass man ohne Seil nur sehr schwer ein- und noch schwerer aussteigen könnte. Aber wirr hatten ja eines dabei und befestigten es am Baum.
Als wir wieder mit Gerödel am Einstieg standen und uns am Seil hinab ließen, wurde es noch viel deutlicher, dass es ohne Seil nicht funktioniert.
Nach dem obligatorischen Check tauchten wir drei nebeneinander ab. Ich in der Mitte durfte die Führung übernehmen. Die Sichtweiten betrugen im Bereich bis 10m Tiefe etwa 5-6m, was uns positiv stimmte. Wir tauchten dieses Mal etwas tiefer als sonst an der Böschung entlang und suchten später das Fass. Leider war die Sicht auf >20m nicht so gut wie oben. So fanden wir zwar das Seil, aber das Fass haben wir verpasst. In 3m Schritten ging es wieder an der Böschung nach oben, wo wir den Rückweg antraten. Schnell waren wir wieder am Ausstieg, wo eine OOG-Übung nicht fehlen durfte. Dann ging’s entgültig nach oben und wir quälten uns am Seil den Ausstieg raus. Ich bin mal gespannt, wie sich dieser in den nächsten Wochen, wenn die Massen an Taucher wieder da sind, entwickelt…
Bei Sonnenschein bauten wir gemütlich die Ausrüstung ab und machten uns wieder auf den Heimweg. Es war ein schöner Tauchgang.
5. April 2012
Am vergangenen Sonntag stand mein erster geplanter Tauchgang mit Runtime-Tabelle auf dem Programm. Wir hatten uns für den Matschelsee bei Lahr entschieden.
Bereits kurz vor 7 Uhr morgens traf Thomas bei mir ein. Nach dem Verstauen der Ausrüstung ging es dann auf die Autobahn in Richtung Süden. Die Fahrt nutzten wir zur Definition von Tauchplan inkl. Runtime und Deko. Dank V-Planner auf dem Smartphone kein Problem. Für die Gasberechnung kam RockBottom zum Einsatz.
Wir hatten uns dieses Mal über den Tauchclub Offenburg eine Zufahrtsgenehmigung besorgt und konnten den Schlüssel kurz nach 9 Uhr abholen. Nach einer kurzen Inspizierung der Gegebenheiten und des Taucheinstiegs machten wir uns an den Aufbau der Ausrüstung.
Geplant war ein Tauchgang auf 45m mit 30 Minuten Grundzeit. Hierfür hatten wir uns im Vorfeld zu einem EAN24 und EAN50 als Dekogas entschieden. Zusätzlich hatten wir noch eine 40cf Stage mit reinem Sauerstoff dabei.
Nach den üblichen Checks ging es der Halde entlang in die Tiefe. Ich übernahm die Tauchgangsführung mit dem Kompass, während Thomas primär auf die Runtime achtete. Der Weg führte uns direkt an den Fuß der Steilwand. Die einzelnen Abrisskanten und Kieselblöcke konnten wir ausgiebig begutachten. Leider war die Grundzeit aber viel zu schnell zu Ende. Ab Tauchgangsminute 30 leiteten wir den Aufstieg ein. Dieser führte uns Richtung Nord-Ost. Bei 36m Tiefe absolvierten wir einen kurzen Deepstop, um dann weiter an der Halde hinaufzusteigen. Bei 21m Tiefe angelangt überwachten wir gegenseitig den Gaswechsel und absolvierten den ersten Dekostopp. Danach ging es langsam in 3m-Schritten inkl. Stopps nach oben. An der Böschung ging es nun zum Ausstieg zurück. Nachdem wir beide noch ein paar Minuten aus der Sauerstoff-Stage atmeten, beendeten wir den Tauchgang mit einem breiten Grinsen über das Gesicht. Dort unten war es einfach nur schön, die Deko funktionierte gut und das Tauchen nach Runtime hatte auch funktioniert. Thomas hatte zwar seinen OSTC dabei, diesen aber kaum beachtet – wir wollten ja nach Tabelle tauchen!
Nach einer großzügigen Oberflächenpause entschieden wir uns nochmal für einen kürzeren, wesentlich flacheren Tauchgang am Südufer des Sees. Hier gibt es bereits in 20m Tiefe schöne Abrisskanten zu bewundern. Ansonsten war dieser Tauchgang eher unspektakulär. Thomas filmte noch meinen Trimm, bevor wir uns zur Umkehr entschieden und nach 1 Stunde wieder die Köpfe aus dem Wasser streckten.
Schnell war die Ausrüstung im Auto verstaut. Nachdem wir wieder den Schlüssel zurück brachten, ging es wieder auf die Autobahn nach Hause.
Letztendlich war es wieder einmal ein schöner Tag mit schönen Tauchgängen. Tauchgangsplan und Umsetzung passten zusammen. Tauchen nach Runtime erfordert zwar etwas Disziplin, ist aber machbar und vermittelt sogar ein beruhigendes Gefühl, schließlich war ja alles geplant.
9. März 2012
Wie auch hier im Blog angekündigt, fand am 3. März das diesjährige Tech Symposium in Limburgerhof statt. Veranstalter war das Techdiving Network TDN unter Leitung von Frank Olbert.
Bereits um 8 Uhr trafen die ersten Teilnehmer im Bürgersaal ein, während die Aussteller noch ihre Stände aufbauten. Letztendlichwaren Atomic, FinnSub, Dive2gether, Wetnotes, Tauchtechnik-Karlsruhe und Bonex vertreten. So hatten die Teilnehmer in den Vortragspausen immer wieder Gelegenheit, sich über das ausgestellte Equipment zu informieren.
Pünktlich um 9 Uhr eröffnete Frank das Symposium, bedankte sich bei den über 100 Teilnehmern für’s Erscheinen und kündigte den ersten Vortragenden von MBT an, der mit seiner Vorstellung des Side Scan Sonars verschiedene Suchmethoden darlegte.
Im Anschluss folgte Pim van der Horst mit seinem Vortrag “How to dive eCCR DIR style”, wobei seine in Englisch gehaltenen Ausführungen von Reinhard Friedel übersetzt wurden. Pim zeigte, wie innerhalb eines Teams mit verschiedenen Rebreathern und RB-Typen getaucht werden kann, welche Verfahren in seinem Team erarbeitet wurden und wie der DIR Gedanke dazu passt. Ein kleines Video eines Trainingstauchgangs auf 85m rundete den gelungenen Vortrag ab.
Nach einer kurzen Pause wurde ein Interview-Video des TDN Exploration Teams gezeigt. Hier gingen Holger Amecke und Frank Olbert auf Fragen zur Wiesbaden-Expedition 2011 ein und erläuterten Planung, Ablauf und besonders Sicherheitsaspekte des Projektes.
Nun kam Horst Dederichs zu Wort und präsentierte den neuen SF2 eCCR Rebreather. Er verdeutlichte anschaulich Aufbau und Funktion und versicherte, dass die ausstehende CE-Lizens noch diesen Monat kommt. Das Interesse seitens der Teilnehmer war sehr groß, was man auch an der Anzahl von Wortmeldungen und Rückfragen merkte.
In der Mittagspause bestand wieder ausreichend Möglichkeiten, mit anderen ins Gespräch zu kommen oder etwas zum Essen zu organisieren. Seitens der Veranstalter war hier leider nichts organisiert, auch wenn sonst die Organisation des Tages gut war.
Nach der Pause überraschte Frank mit einem weiteren Programmpunkt, der nicht auf der Agenda stand. Nick Toussaint erzählte über den neuen Dekompressions-Rebreather von White Arrow. Toddy übersetzte und erweiterte Nick’s Ausführungen mit eigenen Erfahrungen.
Gegen 14.30 Uhr kam nun Thorsten “Toddy” Wälde zu Wort. Er erzählte sehr emotional über seine eigene Sidemount-Konfiguration inkl. Aufbau und Schlauchführung. Dabei ging er auch auf die Unterschiede der Bebänderung zum normalen Tauchen in OpenWater ein. Man merkte Toddy richtig an, wie er von der SM-Konfiguration überzeugt ist. Auch das Publikum war sehr neugierig und löcherte ihn mit Fragen. Er rundete seinen Vortrag mit einem Video aus einer mexikanischen Höhle ab, in der Tier- und Menschenknochen gefunden wurden und die jetzt von Archäologen untersucht wird.
Mittlerweile hatten die Vorträge den zeitlichen Rahmen gesprengt und Frank musste leider abbrechen. Dafür kamen nun Oliver Ferner Pranter und Clemens Schützenhofer von DIR-Austria zu Wort. Sie erzählten mit viel Witz und Humor über ihre Leidenschaft – TEC Tauchen und Filmen. Dabei zeigten sie immer wieder mit kleinen Video-Szenen, was alles passieren muss, bis letztendlich ein fertiger Film entsteht. Das beginnt schon an Land mit Trockenübungen zum Ablauf und der Positionierung der Taucher für die Hintergrundbeleuchtung.
Nach einer weiteren Pause erzählte Derk Remmers ein paar Dinge über das Sauerstoff-Fenster und beglückte dabei das Auditorium mit vielen Formeln und medizinischen Zusammenhängen. Obwohl das Thema nicht gerade einfach zu greifen ist, konnte Derk es gut vermitteln. Mir hat der Beitrag von allen am besten gefallen.
Dr. Ortwim Kahn erläuterte anschließend Zusammenhänge bzw. Risiken des Herzkreislaufes und dem Tauchsport. Dabei durfte natürlich das Thema PFO (persistierendes Foramen ovale) nicht fehlen. Der Vortag war anschaulich mit animierten Darstellungen und Animationen z.B. des Herzens gespickt – sehr anschaulich.
Um 19 Uhr erzählte Frank Gottschlach über Unfallermittlungsarbeiten nach Tauchunfällen. Am Beispiel der beiden tödlichen Tauchunfälle im Starnberger See 2011 erläuterte er seine Vorgehensweise und welche Indizien zur Rekonstruktion des Unfalls und der Ursache beitrugen.
Kurz vor 20 Uhr begann dann Konrad Schwarz mit seinen Ideen zur Überprüfung von Sauerstoff-Sensoren, wie sie bei Kreislaufgeräten zum Einsatz kommen. Er erläuterte dabei sein Mess-Szenario und die Erkenntnisse die er mit seinen Messungen und eigens entwickelter Software erlangte. Auch wenn ich selbst OC tauche, war auch dieser Beitrag sehr kurzweilig und interessant.
Gegen 20.30 Uhr beendete Frank Olbert mit einem Dankeschön an die Redner und Teilnehmer die Veranstaltung und verwies auf das nächste Tech Symposium 2014, welches auch wieder in Limburgerhof statt finden soll.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Themen sehr interessant (wenn auch nicht alles neu) waren und die Organisation gelungen war. So bin ich recht froh, dabei gewesen zu sein und freue mich auf das nächste Symposium.
Frank, dir und dem ganzen Organisationsteam ein herzliches Dankeschön!
6. Februar 2012
Am 3. März 2012 findet in Limburgerhof das diesjährige TECH Symposium statt. Interessenten können sich über die Seite von Techdiving-Network registrieren. Das dort veröffentlichte Programm hat (zumindest aktuell) noch zwei Fehler.


Zusätzlich findet ein Vortrag von MBT über Suchmethoden mit einem Side Scan Sonar statt.
Ich werde da sein. Vielleicht ergibt sich ja die Chance, ein paar Kontakte zu knüpfen und ein paar Leser dieses Blogs kennenzulernen…
Update: Mittlerweile wurde der Flyer des Programms auf der Homepage und hier im Beitrag aktualisiert.
29. Januar 2012
Heute trafen wir uns zu einen gemütlichen Tauchgang am Baggersee “Alter Allmend” in Büchenau bei Bruchsal. Der Einstieg befindet sich am Westufer in der Mitte des Sees. Um nicht allzuweit laufen zu müssen, parkten wir im nahegelegenen Wohngebiet.
Der See ist nicht allzu groß, gegen Norden wird er tendenziell flacher, im Süden wird ab und an noch gebaggert. Unsere Route führte uns vom Einstieg in die Mitte des Sees und dann nach Norden, um später wieder am Ufer zurück zu tauchen.
Trotz der geringen Größe ist der See nicht wesentlich weniger tief, als sein Nachbarsee in Untergrombach. Wir erreichten eine Tiefe von 21m. Der Grund besteht ab 10m und tiefer nur aus hellem Sand, einige Hügel und Erhebungen machen die natürliche Navigation unter Wasser jedoch schwierig. Zu sehen gab es außer einem recht großen Schwarm kleiner Rotaugen leider nichts. Ab 20m Tiefe wurde die Sicht wegen Rotalgen schlagartig schlechter, ansonsten betrug sie etwa 3-4m. Der Bewuchs in Ufernähe gleicht dem anderer Seen und freut sich wohl schon wieder auf wärmere Tage. Im Sommer sollen sich dort prächtige Karpfen bewundern lassen.
Nach einer Stunde verließen wir etwas durchgefroren das Wasser. Der eisige Wind machte das Umziehen am Auto nicht wirklich angenehm. Trotzdem war es schön, wieder mal einen für mich neuen See betaucht zu haben. Im Sommer wird mich der See bestimmt nochmal sehen, auch wenn er für wöchentliche Tauchgänge nicht genug hergibt.